Erektionsprobleme
Frage:
Ich habe Erektionsprobleme. Was ist machbar und fröhlich?
Herzlichst,
Hein
Dr. Sexpert:
Hallo Hein!
Warst Du schon beim Arzt, um abklären zu lassen, ob es vielleicht medizinische Ursachen für Deine Erektionsprobleme gibt? Falls nicht, wäre das der erste Schritt.
Du schreibst nichts über Dein Alter, aber falls Du nicht mehr blutjung bist, könnte ein Nachlassen der Erektionen einfach Teil des ganz normalen Alterungsprozesses beim Mann sein. Falls Du dagegen noch sehr jung bist, und das Problem eher darin besteht, daß Du zu früh kommst, dann kannst Du mit entsprechenden Übungen (z.B. Start-Stop-Methode, Kegel-Übungen) lernen, den Zeitpunkt Deines Orgasmus’ besser zu kontrollieren:
Die sogenannte Start-Stop-Methode funktioniert so, daß Du bis kurz vor dem Orgasmus masturbierst, dann pausierst bis der Ejakulationsdrang abgeklungen ist, Dich dann erneut bis kurz vor dem Orgasmus stimulierst usw. Ziel dieser Übung ist es, 15 Minuten Stimulation mit höchstens drei längeren Unterbrechungen durchzuhalten.
Bei den Kegel-Übungen (benannt nach einem Arzt namens Arnold Kegel) geht es darum, die Beckenbodenmuskulatur zu trainieren. Die Beckenbodenmuskulatur ist dafür zuständig, Urin und Stuhlgang zurückzuhalten oder herauszupressen. Das Anspannen der Beckenbodenmuskulatur kann aber auch eine Ejakulation verhindern. Am besten stärkt man die Beckenbodenmuskulatur durch tägliche Trainingsphasen (z.B. 20 Mal hintereinander anspannen und entspannen) und das über mindestens vier Wochen hinweg. Mit “Training” läßt sich hier also einiges bewirken.
Manchmal ist es auch so, daß belastende Lebensumstände (Streß im Beruf, Familienstreitigkeiten, Konflikte in der Partnerschaft usw.) sich zeitweise negativ auf die sexuelle Reaktionsfähigkeit niederschlagen. Dann wäre es notwendig, erst einmal für mehr Entspannung und Muße zu sorgen oder die Konflikte auszuräumen. Aus der Ferne kann ich hier leider keine so detaillierte Ursachenforschung betreiben, wie Dir selbst das möglich ist. Aber natürlich solltest Du dabei nicht allzu verbissen vorgehen.
Machbar und fröhlich ist es auf alle Fälle, die zärtlichen und lustvollen Aspekte des Liebeslebens voll auszukosten, bei denen keine Erektion notwendig ist. So könntest Du z.B. darauf achten, daß Du Deine Partnerin oder Deinen Partner zunächst mit der Hand oder dem Mund verwöhnst, so daß ihre sexuelle Befriedigung nicht davon abhängt, wie lange Du eine Erektion hast. Je mehr befriedigende Elemente Euer Sexleben hat, umso weniger störend ist ein schnelles Kommen Deinerseits.
Versuche auch nicht, das Erektions-Problem in der Partnerschaft totzuschweigen, denn es steht ja ohnehin im Raum. Vermittle Deiner Partnerin oder Deinem Partner ganz deutlich, daß Du sie/ihn begehrst und Lust auf körperliches Zusammensein hast.
Zerstreue die bei ihr/ihm möglicherweise vorhandene Sorge, Deine Erektionsschwäche sei ein Zeichen für mangelndes sexuelles Interesse. Anstatt nur im Alleingang nach einer Lösung zu suchen, solltest Du die jeweilige Person, mit der Du Sex hast, einbeziehen. Anstelle verkrampften Totschweigens wirkt es oft Wunder, das Problem direkt anzusprechen und gemeinsam zu beschließen, sich von dieser kleinen Komplikation nicht den Spaß im Bett verderben zu lassen.

Aktualisiert am 29. September 2008
Kategorie Erektionsprobleme, Fragen an Dr. Sexpert

















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