Man(n) wird alt
Frage:
Ich habe zur Zeit große Probleme mit meinem Freund - er hat einfach keine Lust. Ich bin 23 und er ist 32. Er sagt, daß man(n) in diesem Alter eben etwas ruhiger wird. - ETWAS?? - Dann haben wir in 2 Jahren gar keinen Sex mehr.
Wir wohnen seit 2 Monaten zusammen, haben jeden Abend die Möglichkeit und am Wochenende sowieso. Er sagt, er hätte zuviel Streß (wenn ich Streß habe, brauche ich gerade Sex). Meine Exfreunde wollten nie woanders sein, als im Bett mit mir (mein Ex war sogar nach 5 Jahren noch scharf wie ein Radieschen auf mich). Ich traue mich schon gar nicht mehr ihn anzumachen, weil ich Angst habe, wieder einen Korb zu bekommen.
Dabei bekommt er im Bett von mir alles, was er will (und das ist sehr viel mehr als meine Freundinnen je zulassen würden). Er meinte auch, daß er noch nie so guten Sex hatte wie mit mir. Zu Anfang unserer Beziehung ist er sogar beim Sex ein paar mal fast in Ohnmacht gefallen. Was kann ich nur gegen diese Bequemlichkeit tun?? Jetzt sagen Sie bitte nicht, mit ihm reden. Das habe ich schon ein paar mal versucht, und dann heult er mich nur wieder voll, was er doch für Probleme hat (meine Probleme erzähle ich ihm schon gar nicht mehr).
Gibt es nicht irgendwas, wie ich ihn hintenherum wieder zu mehr Lust und vor allem Aktivität (er sitzt nur auf der Couch) bringen könnte? BITTE, BITTE HELFEN SIE MIR.
Liebe Grüße,
Melanie
Dr. Sexpert:
Hallo Melanie!
Deine Schilderung beweist einmal wieder, daß der ewig sexgeile und schwanzgesteuerte Mann ein Mythos ist. Es ist ja ganz gut, daß Männer in Wirklichkeit doch noch andere Dinge als nur Sex beschäftigen. Aber wenn man sie kaum noch ins Bett bekommt, wird es natürlich frustrierend. Bei Euch scheinen verschiedene Faktoren eine Rolle zu spielen:
Zunächst einmal gibt es einfach unterschiedliche Bedürfnisse, was Sexhäufigkeit betrifft, die lassen sich auch mit noch so guten “Tricks” leider nicht ganz beseitigen. Auch die Sache mit dem Streß ist ernstzunehmen:
Manche Menschen (so wie Du) wollen gerade in stressigen Phasen Sex, weil er entspannt, andere Menschen (so wie Dein Freund) werden durch Streß einfach nur gereizt und lustlos.
Euer Zusammenwohnen könnte durch ein Übermaß an Nähe und Alltäglichkeit den sexuellen Reiz reduzieren. Ebenso kann - paradoxerweise - die Gewissheit gegenseitiger Liebe und ständiger sexueller Bereitschaft abturnend wirken:
Die Herausforderung fehlt, Sex wird zur Gewohnheit oder gar zur Pflicht.
Was also könntest Du tun? Hier ein paar Anregungen:
Akzeptiere die etwas ruhigere Art Deines Freundes. Hilf ihm, im Alltag Streß abzubauen. Sorge für Deinen eigenen sexuellen Spaß, es gibt genügend Möglichkeiten, wie Du Dich mit Dir selbst vergnügen kannst. Das ist kein Ersatz für Sex mit Deinem Partner, aber trotzdem gut für’s seelische Gleichgewicht. Setze Deinen Freund nicht unter Druck, sonst zieht er sich noch mehr zurück.
Überlegt auch, ob Ihr vielleicht mit getrennten Wohnungen oder mit mehr getrennten Freizeitaktivitäten besser fahrt und mehr Pep in Euren Alltag bringt. Betätige Dich nicht als Therapeutin Deines Freundes, da entwickelt er nur Widerstand. Verändere lieber Dein eigenes Verhalten:
Sorge für Abwechslung, neue Aktivitäten und Spaß in Deinem Leben. Mach Deine Laune nicht davon abhängig, wie genervt oder müde Dein Freund ist. Wenn Du aus Deiner momentanen Rolle als “frustrierte Ehefrau” ausbrichst und aktiv wirst, entscheidet sich Dein Freund vielleicht nach einer Weile auch zu Verhaltensänderungen.
Wenn nicht, wirst Du vermutlich glücklicher mit jemandem, der im Lebenstempo und Sexstil besser zu Dir paßt.
Viel Glück!

Aktualisiert am 5. Januar 2009
Kategorie Beziehungsfragen - sexuell, Fragen an Dr. Sexpert

















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Ich habe mit meinem Partner ein ähnliches Problem und habe dadurch immer die Angst, dass seine Lustlosigkeit an mir liegt, wobei er das immer dementiert. Er hat immer zu viel andere Sachen, die ihm durch den Kopf gehen, nur leider schon seit 3 Jahren und das frustriert mich sehr. Inzwischen haben wir ein kleines Mädchen zusammen und somit liegt es mir fern mir einen anderen Partner zu suchen. Ich ertappemich allerdings immer öfter dabei, wie ich über Seitensprünge nachdenke. Könnte uns eventuell eine Sextherapie weiterhelfen, da wir untereinander zu keiner Weiterentwicklung kommen und ich unser Sexleben als sehr lieblos und leidenschaftslos empfinde.